Spielsucht und künstliche Intelligenz

Mit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrages gibt es auch neue Regelungen. Im Vordergrund dieses Glücksspielgesetzes steht vor allem der Jugend- und Spielerschutz sowie die Maßnahmen zur Suchtprävention. Glücksspiel ist jetzt legal in Deutschland, sofern die Anbieter, ob online oder nicht, eine Glücksspiel-Lizenz vorweisen können.

Der Online-Glücksspielanbieter muss über alle Aktivitäten auf seiner Plattform Bescheid wissen und diese auch einem bestimmten Nutzer zuordnen können. Im Umkehrschluss heißt das, dass sich jeder Spieler online registrieren muss, bevor er spielen kann. Durch diese Registrierung verfügt der Casino-Betreiber neben den personenbezogenen Daten auch über Informationen wie die Spielhäufigkeit, die Spieldauer, das eingesetzte Geld sowie Gewinne und Verluste. Dieses Wissen nutzt der Gesetzgeber und schreibt den Lizenznehmern vor, Algorithmen einzusetzen, um Glücksspielsucht frühzeitig zu erkennen. Und hier kommt die KI (künstliche Intelligenz) ins Spiel.

Um diese ganzen Daten verarbeiten zu können und den gewährleisteten Spielerschutz bieten zu können, müssen die Casino-Betreiber eine KI-Software oder zumindest eine KI-gestützte Software nutzen. Diese Software kann aus den gesammelten Daten Schlussfolgerungen ziehen, ob ein bestimmter Spieler suchtgefährdet bzw. spielsüchtig ist oder nicht und macht bei Bedarf darauf aufmerksam. Auch Warnhinweise können versendet werden und die Software kann u.a. mit Nachrichten den Spieler kontaktieren.

H2: Kann künstliche Intelligenz wirklich bei Suchtprävention helfen?

Laut aktuellen Studiendaten des BZgA sind in Deutschland über 400.000 Menschen von einem problematischen Glücksspielverhalten oder einer Glücksspielsucht betroffen. Das heißt: fast jeder fünfte Glücksspieler weist ein problematisches oder abhängiges Spielverhalten auf. Ein solches Suchtrisiko ist natürlich dadurch bedingt, dass in Online-Casinos immer und überall gespielt werden kann. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz können diese Spieler frühzeitig erkannt werden und den betroffenen Menschen kann geholfen werden.

Durch die eingesetzten Algorithmen kann der Betreiber beispielsweise erkennen, ob es eine Steigerung von Einsätzen bei einem Spieler gibt, ob der Spieler aggressives Spielverhalten aufweist, ob es sogar bereits erfolglose Abstinenzversuche gab, oder der Spieler versucht seine Verluste krampfhaft wieder einzuholen. Die künstliche Intelligenz ist in diesem Bereich ein Erfolg versprechendes Instrument und sollte durchaus weiterverfolgt und ausgebaut werden. Die Entstehung schweren Suchtverhaltens kann dadurch verhindert werden und den betroffenen Spielern rechtzeitig geholfen werden.